Dolltopia 0019

Dolltopia

Kurz darauf lehnte Eternia im Türrahmen und beobachtete, wie Sinistra versuchte das Laub, welches sie augenscheinlich mit einem Besen zusammengefegt hatte, mit Hilfe eines Spatens in einen Eimer zu verfrachten. Schon das Zusehen war ermüdend. "Oh mann... Willst du das nicht lieber sein lassen, bis wir einen Rechen oder sowas kaufen können?"
"Auf keinen Fall, was sollen denn die Nachbarn denken!" entgegnete die Elementaristin empört.
"Und kannst du das Laub nicht mit Magie in die Mülltonne bringen?"
"Blätter sind viel zu spitzbübisch, um sich darauf einzulassen. Das mache ich lieber von Hand!"
"Na schön...", machte Eternia ungerührt.

 

Dolltopia

Aus dem Augenwinkel sah sie etwas, das ihre Aufmerksamkeit erregte.
"Bääääh, was ist denn das für Zeug?!" fragte sie angewidert, als sie die großen Blumentöpfe ihrer Mitbewohnerin genauer in Augenschein nahm. "Sieht ja widerlich aus und total... tot. Findest du sowas schön?"
"Das sind keine Pflanzen sondern Kuru-Ranken", belehrte Sinistra sie, während sie weiterarbeitete. "Das ist der beste Nährboden für magische Pflanzen."
"Magische Pflanzen?"
"Ja, wart's nur ab. Wenn die Pflanzen gut wachsen kann ich sie vielleicht sogar an Elizabeth verkaufen, aber ich brauche noch viel mehr Töpfe."
"Wo du's gerade ansprichst... Ich bin fertig mit dem Spülen und will gleich los in die Stadt. Wie lange brauchst du hier noch?"
"Nun, ich..."

 

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"Moooooment mal!" unterbrach Eternia sie, den Blick auf einmal ganz woanders hin gerichtet. Sie pfiff leise. "Was haben wir denn da?!"
"Huh?" Sinistra sah ebenfalls zum Bürgersteig hinüber.

Ein junger Mann ging zügig an ihrem Garten vorbei. Er trug einige Schachteln vor sich her, war lässig gekleidet und schien zielstrebig unterwegs zu sein.

"Na, der ist doch gar nicht mal so übel..."
"Huh?"

 

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"Hallo, du da mit der Mütze! Warte doch mal!" rief Eternia und hüpfte leichtfüßig die Stufen hinab.
Der junge Mann blieb stehen und sah sich verwirrt um. Als er die jungen Frauen sah wirkte er erstaunt. Seine Augen wurden groß wie die eines Rehs im Scheinwerferlicht.
Die Blondine setzte ihr schönstes Lächeln auf. "Hi!"
"Äh... hi!" grüßte er zurück und wirkte noch immer etwas erschreckt. "Uh, wohnt ihr hier?"
"Ja, wir sind gestern eingezogen. Das dort ist Sinistra, und ich bin Eternia."
"Mann, hier hat schon lange keiner mehr gewohnt... Ich dachte schon ein Geist würde nach mir rufen." Er lachte unsicher und es schien ihm peinlich.
"Wow, echt? Das Haus sah gar nicht so aus, als wenn es schon lange leerstünde. Ich bin jedenfalls kein Geist, das verspreche ich dir!" Die Frau lachte und machte eine kokette Bewegung, um auf ihren überaus realen Körper hinzuweisen.
"Ha ha, gut zu wissen! Ich bin übrigens Jeremiah."

 

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"Cool! Wohnst du hier in der Gegend, Jeremiah?"
"Nein, wieso?"
"Na, ich dachte... du bist bei dem Wetter ohne Jacke unterwegs."
"Ach so! Ich arbeite Teilzeit drüben in der Konditorei Leckermäulchen und liefere gerade was aus. Aber hier wohnen tu ich nicht."
"Oh, in der Konditorei? Das klingt wahnsinnig interessant. Brauchen die vielleicht noch jemanden? Ich suche noch einen Job mit netten Kollegen."
"Kann sein... Die Chefin ist total nett. Versuch's doch einfach mal."
"Klingt gut!" Eternia lächelte.

 

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"Tja, äh..." Dem jungen Mann fehlten ein wenig die Worte, und als Sinistra neugierig hinter Eternia trat sah er erneut erschrocken aus. Die bleiche Frau mit ihrer altmodischen Kleidung war ihm nicht geheuer.
Eternia ließ nicht zu, daß seine Aufmerksamkeit von ihr abgelenkt wurde. "Dann wird man dich also des öfteren hier sehen, oder, Jeremiah?"
"Äh... was?!"
"Na, ich meine, wenn du etwas auslieferst", erklärte sie und deutete auf die Pakete.
"Ach so. Ja, klar, ab und zu!" Er lachte vorsichtig. Bei der zweiten war er sich wirklich nicht so sicher, aber die Blondine sah nicht gerade aus wie ein Gespenst. Sie war sogar ziemlich heiß.
"Arbeitest du morgen auch?" fragte sie.
"Nur nachmittags nach der Uni."
"Cool! Dann sehen wir uns ja morgen, wenn ich mit deiner Chefin spreche." Ihre Augen blitzten.
Als ihm klar wurde, daß sie Interesse an ihm zeigte begann Jeremiah zu grinsen. "Okay, ich sag ihr, daß du kommst."
"Super."
"Ähm...", schreckte er plötzlich auf, "jetzt muß ich aber schnell weiter, sonst gibt's noch Ärger wegen der Muffins. Bis morgen!"
"Bis morgen, Jeremiah!"
"Auf wiedersehen!" rief auch Sinistra und wunderte sich, daß der junge Mann, der bereits weiterlief, plötzlich seine Schritte beschleunigte.

 

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Kommentare   

 
0 #1 mjkj 2016-03-01 18:03
*lol*

Bißchen schreckhaft der liebe Jeremiah...

...und total chancenlos gegen Eternia - die wickelt ihn noch um den Finger... :P
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